Quer durch Amerika an einem Abend

Am Unterhaltungskonzert der Brass Band Kappel reiste das Publikum mit musikalischen Klängen durch ganz Amerika.

Am Samstag, 9. November, eröffnete die Jugendmusik Untergäu mit dem Filmmusikstück „Adventures of Tintin“ oder zu Deutsch „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ den Konzertabend in der Mehrzweckhalle Kappel. Anschliessend schwang Leiter Michael Stalder seinen Dirigentenstock zu Zauberland. Zum Abschluss präsentierte die Jungformation, passend zum amerikanischen Abend, den Evergreen „California Dreamin‘“ von The Mamas & The Papas. Das Publikum entliess die Musizierenden aber nicht ohne Zugabe von der Bühne. Mit einem Medley des aktuellen Disneyfilmes „The Lion King“ verabschiedeten sich die begeisterten Jungmusikanten von ihrem Publikum.

Mit „Journey through America“ stimmte die Brass Band Kappel das Publikum auf den weiteren Verlauf des Konzertabends ein. Ansager Simon Lerch fungierte als Reiseleiter. Er erzählte von den einzelnen Stationen und den Erlebnissen von Bassist Lukas Bosshart auf seiner Reise durch Amerika. Die ersten Eindrücke wurden mit dem Hit „Coming to America“ von Neil Diamond untermahlt. Der Staat Oregon, mit seinen weiten Landschaften, schönen Seen und hohen Gebirgen, wurde im gleichnamigen Stück mit der Eisenbahn durchquert. Mit verschiedenen Märschen von Komponist John Philip Sousa in „Marching with Sousa“ verabschiedeten sich die Musikanten in eine kurze Auszeit nach Hawaii. Ein fulminanter Aufmarsch der Band mit Lichteffekten, Perkussionsbeats und der Titelmelodie der Krimiserie „Hawaii Five-O“, zog das Publikum nach der Pause gleich wieder in den Bann der Musik. Weiter ging’s nach St. Lous, wo natürlich dessen bekannter „St. Louis Blues-Marsch“ mit straffen Tambourenrythmen von Rolf Lack nicht fehlen durfte. Nach einem Spaziergang im Sonnenschein „Walking on Sunshine“ durch Kalifornien machte Dirigent Oliver Waldmann mit seinen Musikanten einen Abstecher nach Mexico. Dort fuhr das Cornetregister mit einem temperamentvollen Vortrag im „Tijuana Taxi“. Zum Abschluss lud Conetist Julian Wyss mit einem gefühlvollen Solo in „What a Wonderful World“ die Zuhörer zum Träumen ein.

 Da das Publikum die Reise durch diese wundervolle Welt noch ein wenig verlängern wollte und daher eine Zugabe wünschte, legten die Musikanten noch einen Zwischenhalt in „New York, New York“ ein. Mit der Begrüssung „Hello Dolly“ verabschiedete sich die Brass Band Kappel von den Zuhörern und beschloss die musikalische Reise quer durch Amerika.

Zeitungsbericht OT vom Unterhaltungskonzert 2018

Das Chaos führt am Konzert der Brass Band Regie

Der Clown Jeanloup leitete die Brass Band Kappel zu Beginn des Konzerts gleich selbst. Dies anstelle des offiziellen Dirigenten Oliver Waldmann.

Am Unterhaltungskonzert der Brass Band Kappel wirbelte der Clown Jeanloup alles durcheinander.

So gelacht hat man an einem Auftritt der Brass Band Kappel schon lange nicht mehr. Der Clown Jeanloup «störte» das Unterhaltungskonzert am letzten Samstag ständig mit seinen Interventionen. Das fing damit an, dass er vor Beginn des Konzerts den Dirigenten Oliver Waldmann in der Garderobe fesselte und knebelte, um selber die Brass Band dirigieren und zu Freiübungen anleiten zu können. Doch erst als Waldmann sich befreien und Jeanloup den Taktstock entwinden konnte, kam wieder Ordnung in das angerichtete Chaos.

Nun wollte es sich der Clown nicht nehmen lassen, im Blasorchester mindestens mitzuspielen. Er zeigte sich aber absolut untalentiert und unbeholfen. Ständig hatte er mit den Tücken des Objekts zu kämpfen, sei es mit dem Notenständer, dem Zug der Posaune oder dem Stapel Notenblättern. In der Polka «In The Wood» oder «Im Krapfenwald» gelang es ihm nicht einmal richtig, die Kuckucksflöte zu blasen, wie es der Walzerkönig Johann Strauss Sohn komponiert hatte. Beim Stück «Fascinating Drums», wo der Schlagzeuger Dominik Wyss und die Perkussionisten zum Zuge kamen, zauberte der Clown Jeanloup allerhand Alltagsgegenstände aus dem Sack und bearbeitete sie lärmend als Rhythmusinstrumente. Bei der «Russian Circus Music» entdeckte Jeanloup die Fernbedienung und probierte die Knöpfe aus. So konnte er die Musik mal schnell oder langsam, mal laut oder mit der Stummtaste tonlos und schliesslich sogar noch rückwärts spielen lassen. All die Ideen liessen das Publikum zu Tränen lachen.

Dirigent Oliver Waldmann und die Brass Band machten bei allen Spässen mit, in welche der Clown die Musikantinnen und Musikanten einbezog. Zusätzlich spielten sie ihr Programm von anspruchsvollen Melodien hervorragend und konzentriert. Vom schallenden Eröffnungsstück «Death Or Glory» schlugen sie den Boden zum Triumphmarsch «Entry Of The Gladiators» und zum weltberühmten «O mein Papa». Hier konnte der Trompeter Benjamin Ledergerber seine Qualitäten als Solisten ebenso ausspielen wie Lukas Bosshart bei der Polka «Tuba Muckl» und Schlagzeuger Dominik Wyss im Perkussionsstück «Fascinating Drums».

Das ganze Ensemble überzeugte durch konzentriertes, präzises und harmonisches Spiel. Die nicht nur in der «Russian Circus Music» – selbst unter der Fernbedienungstaste «normal» – geforderten Wechsel im Takt, Tempo und in der Dynamik meisterte die Brass Band Kappel hervorragend. Sie vermochten auch das Publikum zum spontanen Mitklatschen zu animieren. Vor der üblichen Zugabe, der «Ambosspolka», ehrte Präsident Anton Lack den Euphoniumbläser Peter Wyss für seine 35 Jahre mittun im Verein. Schliesslich rundete die Blasmusik das schöne Konzert mit dem Marsch «Frohes Wiedersehn» ab.

Als Auftakt zum Konzert der Brass Band stellte sich die Anfang Jahr gegründete Jugendmusik Gäu vor. Die drei Musikvereine MG Gunzgen, MG Hägendorf-Rickenbach und die Brass Band Kappel fördern damit den Nachwuchs gemeinsam. Die Gäuer Juniorinnen und Junioren unter der Leitung von Michael Stalder starteten fulminant mit Trommelwirbel und Fanfarenklängen. Sie brachten das Publikum in Fahrt mit dem rhythmisch anspruchsvollen «Siyahamba» aus Südafrika, dem Beatlessong «Penny Lane» und dem witzigen Filmsoundtrack «Fantasia». Mit der Zugabe «The Winner Takes It All» von Abba verabschiedete sich der vielversprechende Nachwuchs vom praktisch ausverkauften Saal in Kappel.

Anmeldung Jugendmusik Untergäu

Am Montag 5. März 2018 startet die neu gegründete Jugendmusik Untergäu mit den Proben.

Die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach, die Brass Band Kappel und die Musikgesellschaft Gunzgen haben in den vergangenen Monaten eine gemeinsame Jugendmusik gegründet. Die drei Musikvereine haben sich entschieden, die Jugendförderung in der Blasmusik gemeinsam zu fördern.

Die Jugendmusik Untergäu wird zugleich durch diese Vereine als Dachorganisation unterstützt und getragen.

Nun würde es uns sehr freuen, wenn wir möglichst viele Musikanten im neuen Projekt begrüssen dürfen. Daher laden wir alle interessierten herzlich zur ersten oder an eine der nächsten Proben ein.

Nach dem Motto: Eifach ineluege ond metmache !

Die Proben finden gemäss Probeplan, jeweils am Montag 18.45 Uhr bis 19.45 Uhr in der Raiffeisen Arena in Hägendorf statt.

Es würde uns sehr freuen, wenn wir in den nächsten Proben neue interessierte Mitglieder oder auch bestehende Musikanten aus den bisherigen Jugendformationen aus Hägendorf, Rickenbach, Kappel oder Gunzgen begrüssen dürfen.

Unter folgendem Link können gelangen Sie zum Anmeldeformular:

Anmeldung Jugendmusik Untergäu

Zeitungsbericht OT vom Unterhaltungskonzert 2017

Ausgefeilte Blasmusik, gepaart mit Ausgelassenheit

Die Brass Band Kappel unter der Direktion von Olivier Waldmann konnte viel Applaus ernten.

Kappel An ihrem Unterhaltungskonzert wagte die BrassBand Kappel fasnächtliche Scherze

Der Konzertabend am letzten Samstag war zweigeteilt. Während die Brass
Band Kappel im ersten Teil eine abwechslungsreiche Reihe von Blasmusik-
Standards spielte, kündigte sie für den zweiten Teil rätselhaft ein «Programm
nach Ansage ohne Ansage» an.

Die Brass Band unter der Leitung von Oliver Waldmann stieg mit dem schnellen
Marsch «Punchinello» in den Unterhaltungsabend ein. Beim immerschneller tickenden «Grandfather’s Clock» brillierte Solist Matthieu Renggli mit seiner unheimlichen Fingerfertigkeit
am Euphonium. Zwischen dem rockigen «MacArthur Park», dem schottisch klingenden «Ashokan Farewell» im Walzertakt und der «Musikanten-Polka» wurde Präsident Anton Lack für seine 40-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt.

Für die eingefleischten Fasnächtler genügen bekanntlich die «drei schönsten Tage» nicht, sondern ihre karnevalistische Saison beginnt schon am 11.11. In diesem Jahr fiel das traditionelle Unterhaltungskonzert der Brass Band Kappel justament auf den 11. November. Passend zum Datum, servierte deshalb die Gäuer Blasmusik-Kapelle im zweiten Teil ihres Abendprogramms nonstop einige musikalische Leckerbissen unter dem Motto « Fasnacht». Die ersten Töne und Paukenschläge erschallten vom Foyer her. Dann erschienen hinten im Saal, einer nach dem andern, maskierte und verkleidete Musikanten. Die Überraschung war perfekt. Die Blasmusiker, Trommler und Paukenschläger bewegten sich zwischen den Tischreihen nach vorne und intonierten den Fasnachtsmarsch. Dann verteilten sie sich vor und auf der Bühne, wo sie in Kontakt mit dem Publikum ein Set von Schunkelliedern spielten. Dirigent Oliver Waldmann, im blauem Samt und Hermelin kostümiert als König Karneval, gab den Takt mit dem Marschallstab an und animierte die Leute im Saal zum Mitmachen. Die fasnächtliche Brass Band Kappel heizte anschliessend die Stimmung mit lateinamerikanischen Rhythmen weiter an. Auf diese liess die gut gelaunte Combo Schlag auf Schlag die Klassiker der Blues Brothers folgen: Bei Mancinis «Peter Gunn Theme», «Gimme Some Lovin», ursprünglich ein Hit der Spencer Davis Group, und «Everybody needs Somebody» war stillsitzen unmöglich. Nach einem Bon-Jovi-Medley gelangte dieser ausgelassene Konzertteil mit dem «Final Countdown» zu seinem vorläufigen Ende.

Die Kappeler Formation musste dem kräftig applaudierenden Publikum jedoch noch zwei Zugaben gewähren, bevor sie sich zu Demis Roussos’ Schnulze «Goodbye my Love, Goodbye» wieder durch den Saal bewegte und für diesmal endgültig verabschiedete. Mit diesem Unterhaltungskonzert im besten Sinn des Wortes bewies Oliver Waldmanns Brass Band Kappel, dass sich gekonnte, musikalisch ausgefeilte Blasmusik durchaus mit Humor, gar Ausgelassenheit, kombinieren lässt – mit Gewinn für die Mitglieder der Band, die ja auch ihren Spass hatten, ebenso wie für die dankbaren Zuhörerinnen und Zuhörer im fasnächtlich dekorierten Saal.

 

OT-Bericht Jahreskonzert 2016

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Brass Band spielt von traditionell bis modern
von Edgar Straumann — Oltner Tagblatt

An ihrem Unterhaltungskonzert überzeugte die Brass Band Kappel ein grosses Publikum.

Mit dem Unterhaltungskonzert der Brass Band Kappel, zu dem jeweils gegen Jahresende eingeladen wird, wurde auch diesmal beste Werbung in eigner Sache gemacht. Die Anstrengungen für die Vorbereitung des umfangreichen Programmes wurden mit einem Grossaufmarsch seitens der Besucherinnen und Besucher in der Mehrzweckhalle belohnt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die Musikantinnen und Musikanten zeigten sich in Bestform und boten ein abwechslungsreiches Programm von traditionellem Marsch bis hin zu meist bekannter Filmmusik.
Zu Beginn präsentierte sich das Jugendensemble respektive das Jugendquartett mit vier, den Möglichkeiten angepassten Vorträge, wobei eine Zugabe herausgefordert wurde. Wie anschliessend die Brass Band, stand das Ensemble unter der Leitung von Oliver Waldmann.

Der «Florentiner Marsch» von Julius Fucik gehört zu den bekanntesten Kompositionen des tschechischen Altmeisters. Mit dem orchestralen Vortrag überzeugte die Kappeler Musik gleich von allem Anfang an. Präsident Anton Lack freute sich bei seiner Begrüssung über den grossen Aufmarsch und durfte auch zahlreiche Vereinsdelegationen willkommen heissen. In der Folge führte Ursula Walti wie gewohnt mit viel Charme und Fachkompetenz durchs Programm. Die älteste bekannte Volksmelodie ist das «Guggisberger Lied». Der Schweizer Komponist Hans Schori hat mit «Vrenelis Tanz» eine Version für Blasmusik geschaffen und damit «S’Vreneli ab em Guggisberg» endgültig unsterblich gemacht.

«Marches on Parade», ein Potpourri bekannter und beliebter Märsche von Darrol Barry wurde lebhaft vorgetragen, ehe es wieder in heimatliche Gefilde ging. Der aus der Region stammende Dirigent und Komponist Thomas Trachsel, längst über die Landesgrenzen bekannt geworden, hat sich Josef Reinhards Lied «S’het deheim e Vogel gsunge» angenommen und ein herzergreifendes Arrangement unter dem Titel «Dr Heimatvogel» geschaffen. Herzergreifend war auch das Flügelhorn-Solo von Simon Lerch. Mit der «Tritsch-Tratsch Polka» von Johann Strauss wurde zum Schlussmarsch des ersten Teils übergeleitet. «Gruss ans Worblental», so der Marsch von Stephan Jäggi, dem legendären Solothurner Komponisten.

Der zweite Konzertteil war ausschliesslich der Filmmusik gewidmet. Mit «Star Wars» (Krieg der Sterne) von John Williams und auch «The Best of Bond», arrangiert von Darrol Barry, stimmten die Interpreten in die Welt berühmter Filme ein.

Diverse Ehrungen

Eine beeindruckende Leistung erbrachte der als Bär verkleidete Solist Lukas Bosshart auf der Es-Tuba wie auch auf dem Sousaphon in der Interpretation von «The Bare Necessities». Dieser Auftritt wurde lautstark zur Reprise gefordert. Weitere Filmmelodien wurden mit «Midway March» (John Williams), «Gladiator» (Hans Zimmer) und zum Schluss mit «Back to the Future» (Alan Silvestri) zum Besten gegeben. Auch mit den Zugaben blieb man dem Motto treu. «The Rock» und «The Dambusters» rundeten ein auf sehr gutem Niveau stehenden Konzert der Brass Band Kappel ab.

Für 30-jährige Vereinszugehörigkeit wurde Dominik von Arx geehrt, ebenso Vizedirigent Heiri Ledergerber, der immer dann zur Stelle sei, wenn Oliver Waldmann unabkömmlich sei, war von Präsident Anton Lack zu vernehmen.

Jubiläumskonzert 20 Jahre Oliver Waldmann

Oliver Waldmann, Dirigent der Brass Band, feierte sein 20-Jahr-Jubiläum

VON ALICE GULDIMANN

Oliver Waldmann 20 Jahre BBK

Oliver Waldmann, auch nach 20 Dirigentenjahren mit der Brass Band «noch voll im Saft». Remo Fröhlicher

«Oliver bringt nichts aus der Ruhe», lobte Präsident Anton Lack den Jubilaren Oliver Waldmann in seiner Laudatio. Waldmann, sämtliche Musikanten und Musikantinnen und natürlich ein zahlreiches Publikum feierten am Samstag dessen 20-Jahr-Jubiläum als Dirigent bei der Brass Band Kappel. «Er hat die Brass Band sowohl gefördert als auch gefordert, und hat mit uns viele Erfolge erzielt», freute sich Lack.

Das Jubiläumskonzert in der Mehrzweckhalle Kappel sollte denn auch ganz im Zeichen der vergangenen 20 Jahre stehen. Waldmann habe schon lange die Idee im Kopf gehabt, mit der Brass Band ein selbst arrangiertes Medley aufzuführen. Welcher Anlass wäre besser dazu geeignet gewesen als jener seines 20-jährigen Jubiläums?

Ein engagierter Musiker

Oliver Waldmann dirigiert nicht nur die Brass Band, sondern auch das Jugendensemble mit Leidenschaft. Neben zahlreichen Auftritten als Solotrompeter beim Stadtorchester Solothurn und bei den Leberberger Instrumentalisten gibt Waldmann Trompetenunterricht an den Musikschulen Untergäu, Trimbach, Balsthal und Holderbank. Der Titel, den Oliver Waldmann dem Konzert aufsetzte, hätte nicht passender sein können: «Musik am laufenden Band». Zu sieben verschiedenen Themenblöcken intonierten Musikantinnen und Musikanten jeweils ein passendes Medley.

Von klassischer Blasmusik bis zum «Power»-Block mit «Car Wash» war alles vorhanden. Die Band entlockte den Instrumenten sowohl sanfte, liebevolle Töne, wie zum Beispiel bei «Ashokan Farewell», genauso wie laute, rockige Klänge, bei denen die Zuhörer am liebsten mitgetanzt hätten.

Bei der Polka «Auf der Vogelwiese» bewiesen einige der Musikanten sogar noch ihre Gesangstalente, indem sie gegen Ende des Stückes aus vollem Halse mitsangen. Für das Publikum hiess es: Zurücklehnen, geniessen, lachen, während ihm wahrlich nur das Beste aus den letzten 20 Jahren präsentiert wurde.

Unterhaltsame Moderation

Durch den Abend führte Ursula Walti, welche ihren Moderationsteil in sorgfältig vorbereiteten, witzigen Versen vortrug. Details über die gespielten Stücke liess sie aus, dafür unterhielt sie das Publikum mit Anekdoten. Oliver Waldmann kürte sie kurzerhand selbst zum «Mister Kappel», die Musikanten der Brass Band unterstützte sie in Liebesdingen: «S gröschte Glück macht me bestimmt, wenn me eine vo de Musig nimmt», verspricht sie. Die Moderatorin feierte am Samstagabend selbst ihre 10-jährige Brass Band Mitgliedschaft.

Alles was dazugehört

Bei einem solchen Jubiläumsanlass darf auch das nötige Drumherum nicht fehlen. Wer nach dem über zweistündigen Konzert Kohldampf hatten, für den gabs Steak mit Nudeln oder Brot vom Männerchor Kappel. In der Pause konnte man bei der Tombola sein Glück versuchen und vielleicht Badetuch, Duschgel oder einen der begehrten Früchtekörbe mit nach Hause nehmen. Wer es mit dem Nachhausegehen nicht so eilig hatte, für den hatte die Bar im Untergeschoss der Mehrzweckhalle noch bis 2 Uhr morgens geöffnet.

Mit der Tancredi-Ouvertüre überzeugt

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Am Unterhaltungskonzert der Brass Band Kappel gings dynamisch und virtuos zu und her

VON EUGEN BUSSLINGER

Mit der «Festmusik der Stadt Wien», einer Komposition von Richard Strauss, wurde das Unterhaltungskonzert der Brass Band Kappel in der Mehrzweckhalle eröffnet. Helle Fanfarenklänge, unterstützt von wuchtigen Bass- und Paukeneinsätzen, umrahmen den feierlichen Mittelsatz in diesem Werk des Schöpfers des «Rosenkavaliers».
Vor ziemlich genau zweihundert Jahren wurde in Venedig die tragische Oper «Tancredi» uraufgeführt. Der grosse Erfolg bedeutete für den zwanzigjährigen Gioachino Rossini den Aufstieg in die erste Riege der Opernkomponisten. Nebst dem beliebten «Barbier von Sevilla» werden heute vor allem die Ouvertüren seiner Opern noch oft gespielt, die mit ihren typischen Melodien und ihrem Schwung beliebt sind. Das Kappeler Corps konnte mit der Tancredi-Ouvertüre in einer genialen Bearbeitungvon William Rimmer restlos überzeugen.

 Fingerfertigkeit und Eleganz

In Dmytro Bortnianskys «Tibie Paiom» (Für Dich singen wir), einem Lied der russisch-orthodoxen Liturgie, bewiesen die Kappeler Musikanten, dass sie das Choralspiel grundlegend beherrschen. Das in der Einleitung einfühlsame Flügelhornsolo und ein verhalten jubelndes Es-Cornet, dazu die ruhig aber spannungsvoll gestalteten Linien machten dieses farbig instrumentierte Lied zu einem eindrücklichen Erlebnis für die Zuhörenden.
Mit virtuosem Spiel auf dem Es-Bass begeisterte darauf Lukas Bosshart die Zuhörer. Die Variationen über «Muss i denn zum Städtele hinaus» von Roy Newsome wurden mit grosser Fingerfertigkeit, Eleganz und geschmeidigem Ton vorgetragen. Die Melodie endet überraschend in einer tiefen, aber lauten Kontrabasslage.
Präsident Anton Lack durfte darauf einige treue Mitglieder für ihren langjährigen Einsatz im Dienste der Blasmusik ehren. Der Baritonspieler Daniel Iseli ist schon seit 35 Jahren aktiv und gilt deshalb als eidgenössischer Veteran. Schon seit 40 Jahren ist Sonja Lack musikalisch tätig, früher spielte sie Klarinette, in der Brass Band wird sie auf dem Schlagzeug eingesetzt. Zum kantonalen Ehrenveteran wurde der Posaunist Manfred Bühler ernannt, der bereits seit 50 Jahren aktiv ist. Auch die Dienste des Vizedirigenten Heinrich Ledergerber wurden verdankt, der hin und wieder zum Einsatz kommt.

Eine Trommel als Geschenk

Dass die Brass Band Kappel heute dieses Niveau hat, ist zum grossen Teil das Verdienst ihres langjährigen Dirigenten Oliver Waldmann, der stets ruhig aber wirkungsvoll durch die musikalischen Klippen führt. Sonja Lack wollte es nicht mit der blossen Ehrung bewenden lassen, sondern dem Verein auch etwas zurückgeben. Zur Überraschung aller schenkte sie dem Verein eine neue grosse Trommel. Sie ist sehr schön gestaltet mit farbigem Schriftzug und Jahreszahl. Moderatorin Ursula Walti, die mit fundierten Kenntnissen die Zuhörer charmant durch das Konzert führte, war auch begeistert und kommentierte diese Szene mit gereimten Versen. Zur grossen Trommel meinte sie abschliessend «Behandled si doch wienen Schatz und schtelled si a ihre Platz». Dies geschah sofort und Sonja durfte im rassigen Konzertmarsch «Montreal Citadel» beweisen, dass sie das richtige Modell ausgelesen hatte. Daneben zeigten im Trio dieses Marsches auch das Flügelhorn und die Es-Hörner ihr Können. Moderne Rhythmen mit viel Schlagzeug und als Kontrast warme Sounds waren zu hören in «Concert Tune», der Komposition des jungen Belgiers Jan Ceulemans. Das 1954 erschienene Bravourstück «Bugler’s Holiday» von Leroy Anderson gab drei jungen Cornetsolisten Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Benjamin Ledergerber, Roman Junker und Kristina Theiler beherrschten die vielen Doppelzungenschläge mit schönem Klang und guter Dynamik und wurden sehr aufmerksam begleitet. Schöne Soli für Cornet und Es-Horn waren auch in «God And God Alone» zu hören. «Je t’aime mon amour», sauber intoniert von Benjamin Ledergerber (Cornet) und Lisa Lack (Posaune), erhielt darauf besonders grossen Applaus und musste wie alle anderen Solostücke wiederholt werden. Beim letzten Stück, «Confection For Brass» von Goff Richards, wurden nochmals alle Register gezogen. Festlich jubilierend, der alten Bläsermusik nachempfunden zeigte sich die Band von ihrer besten Seite: dynamisch, virtuos und wohlklingend. Herb Alperts «Tijuana Taxi» mit Xylofon und vorwitziger Autohupe und Frank Sinatras «My Way» setzten als Zugaben den Schlusspunkt unter dieses unterhaltsame Konzert.

 

Kantonaler Ehrenveteran

Unser Solo Posaunist, Manfred Bühler, wurde gestern, 30.8.2014, an der Veteranentagung in Deitingen für 50 Jahre aktives Musizieren zum Kantonalen Ehrenveteran ernannt. Wir gratulieren herzlich!IMG_1899